Wer gekochte Nudeln aufbewahren will, greift meist zu irgendeiner Box, die gerade frei ist – Joghurtbecher, alte Frischhaltedose, irgendwas mit Deckel. Das funktioniert, aber oft nicht gut. Die Nudeln kleben zusammen, trocknen an den Rändern aus oder sind am nächsten Tag eine feuchte, klebrige Masse.
Dabei ist die Wahl der Box tatsächlich nicht egal. Nicht dramatisch – aber sie macht einen kleinen, spürbaren Unterschied.
Warum die Box beim Verkleben eine Rolle spielt
Nudeln kleben, weil ihre Stärkeoberfläche beim Abkühlen aushärtet. Je enger die Nudeln in der Box liegen und je mehr Druck durch das Eigengewicht entsteht, desto stärker kleben sie. Eine zu kleine oder zu volle Box verstärkt das Problem erheblich.
Außerdem ist die Luftzirkulation relevant. Eine Box, die komplett luftdicht schließt, hält die Feuchtigkeit im Inneren – was gut ist, damit die Nudeln nicht austrocknen. Eine Box, die schlecht schließt, lässt die Feuchtigkeit entweichen. Die Nudeln trocknen außen leicht an und werden brüchig.
Größe: lieber großzügig wählen
Das Wichtigste ist die Größe. Nudeln sollten in der Box nicht zusammengedrückt sein. Ideal ist eine Box, in der die Nudeln eine Schicht bilden können oder zumindest locker übereinander liegen – nicht tief aufeinandergestapelt.
Für eine normale Portion von zwei Personen, also 200 Gramm trockene Nudeln, braucht man nach dem Kochen eine Box mit mindestens 800 ml bis 1 Liter Fassungsvermögen. Wer das zu groß findet: Es ist besser, eine zu große Box halb voll zu haben als eine zu kleine Box voll zu stopfen.
Flache, breite Boxen sind für Spaghetti und lange Pasta besser geeignet als hohe, schmale. In einer flachen Box liegen die Nudeln lockerer und das Gewicht verteilt sich besser.
Deckel und Dichtigkeit
Ein gut schließender Deckel ist wichtig, aber nicht gleichbedeutend mit vakuumdicht. Nudeln brauchen keine Vakuumversiegelung – sie brauchen Schutz vor Austrocknung und fremden Gerüchen im Kühlschrank.
Einfache Klick-Deckel aus Kunststoff funktionieren gut. Glasboxen mit Gummiringen sind eine langlebige Alternative und geben keine Gerüche oder Stoffe ans Essen ab – was besonders bei säurehaltigen Tomatensaucen relevant sein kann.
Frischhaltefolie direkt auf den Nudeln, bevor der Deckel draufkommt, ist ein kleiner Trick gegen Austrocknung – besonders bei Boxen, deren Deckel nicht perfekt sitzt.
Material: Kunststoff oder Glas?
Kunststoffboxen sind leicht, stapelbar und günstig. Der Nachteil: Sie nehmen mit der Zeit Gerüche an, können sich verfärben und kratzen leicht. Wer dieselbe Box für Tomatensauce und neutrale Nudeln verwendet, merkt das irgendwann.
Glasboxen sind schwerer, aber geruchsneutral, langlebiger und lassen sich auch direkt in der Mikrowelle verwenden – ohne Umfüllen. Für jemanden, der regelmäßig Nudeln aufbewahrt und aufwärmt, ist das ein echter Vorteil.
Was vor dem Einlagern wichtig ist
Die beste Box hilft wenig, wenn die Nudeln ohne Vorbereitung hineinkommen. Vor dem Einlagern sollten die Nudeln mit einem Teelöffel Öl vermengt werden – das legt sich als dünner Film um jede Nudel und verhindert, dass die Stärkeoberflächen direkt aufeinander haften.
Außerdem: Die Nudeln sollten auf Raumtemperatur abgekühlt sein, bevor sie in den Kühlschrank kommen. Heiße Nudeln in einer geschlossenen Box erzeugen Kondenswasser – das macht die Nudeln nass und klebrig, nicht locker.
Wer diese zwei Punkte beherzigt, findet seine Nudeln am nächsten Tag in deutlich besserem Zustand vor – unabhängig davon, welche Box er verwendet. Mehr zum Aufwärmen ohne Verkleben findet sich im Artikel zum Aufwärmen verklebter Spaghetti.
